Kettwig, den 12. März 2026 – Die Ratsfraktionen von CDU und SPD schlagen für die Heiligenhauser Straße und die Ringstraße in Kettwig einen befristeten Praxistest mit Tempo 30 vor. Ziel ist es, die Auswirkungen auf Verkehrssicherheit, Lärmbelastung, Verkehrsfluss und den Radverkehr wissenschaftlich zu untersuchen. Ursprünglich hatte die Verwaltung hier einen teuren Umbau mit einem Fahrradweg im hohen einstelligen Millionenbereich vorgesehen, der nahezu alle Parkplätze für die Anwohnerinnen und Anwohner entfallen lassen hätte.
Damit reagieren die Ratsmitglieder auch auf vielfache Kritik von Anwohnerinnen und Anwohnern, die neben grundsätzlichen Bedenken insbesondere bemängelt hatten, bei den bisherigen Planungen nicht ausreichend einbezogen worden zu sein. Die Kettwiger Ratsmitglieder Daniel Behmenburg und Yannick Lubisch haben hierzu zahlreiche Gespräche geführt und gemeinsam mit den verkehrspolitischen Sprecherinnen und Sprechern von CDU und SPD, Ulrich Beul und Agnes Tepperis, nach Alternativen zu den Vorschlägen der Verwaltung gesucht. Im Ergebnis möchte man statt teurer Umbauten erst einmal eine Tempo-30-Regelung erproben. Diese könnte auch angespannte Verkehrssituationen – etwa an der Einmündung zur Montebruchstraße – entschärfen und den vielfachen Beschwerden über Lärmbelastungen gerecht werden. Der gemeinsame Antrag wurde heute im Ausschuss für Verkehr und Mobilität mehrheitlich beschlossen und wird anschließend im Rat der Stadt Essen entschieden.
Dazu Daniel Behmenburg: „Uns ist wichtig, dass wir bei dieser sensiblen Verkehrsfrage nicht ideologisch, sondern faktenbasiert entscheiden. Ein Praxistest schafft eine verlässliche Grundlage, um zu sehen, welche Auswirkungen eine Geschwindigkeitsreduzierung bereits hat.“
„Gerade im Zusammenspiel mit dem geplanten Neubaugebiet am Berschener Weg wird sich die Verkehrssituation weiter verändern. Deshalb ist es sinnvoll, die Entwicklung jetzt genau zu beobachten und belastbare Daten zu sammeln“, ergänzt Yannick Lubisch.
Ulrich Beul betont: „Viele Anwohnerinnen und Anwohner wünschen sich mehr Verkehrssicherheit und weniger Lärm. Gleichzeitig müssen wir aber auch den Verkehrsfluss und die Situation für Pendler im Blick behalten. Der Verkehrsversuch hilft, diese Interessen sorgfältig abzuwägen.“
Für Agnes Tepperis steht zudem der praktische Nutzen im Vordergrund: „Wir wollen wissen, welche Maßnahmen wirklich funktionieren. Deshalb soll der Versuch wissenschaftlich begleitet und anschließend ausgewertet werden. Auf dieser Grundlage können Politik und Verwaltung dann verantwortungsvoll entscheiden.“
Der Praxistest soll auf zwölf Monate angelegt sein und von der Stadtverwaltung gemeinsam mit dem Straßenbaulastträger und der Polizei begleitet werden. Vor Beginn sollen unter anderem Verkehrsaufkommen, Geschwindigkeiten, Unfalllage und Lärmbelastung erfasst werden. Während des Versuchs werden Veränderungen kontinuierlich dokumentiert und anschließend ausgewertet. Rückmeldungen und Erfahrungen aus der Bevölkerung sind ausdrücklich willkommen. Ansprechpartner vor Ort sind die Kettwiger Ratsmitglieder Yannick Lubisch und Daniel Behmenburg.
Unabhängig davon sollen die Bushaltestellen „Kettwig vor der Brücke“ nicht wie eigentlich geplant ins Nirgendwo Richtung Brücke verlegt werden und am jetzigen Standort barrierefrei ausgebaut werden. Zudem bitten CDU und SPD die Verwaltung zu prüfen, wie im Umfeld zusätzliche Parkmöglichkeiten geschaffen oder vorhandene Flächen besser genutzt werden können.
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