Anrede,
zunächst einmal möchte ich ausdrücklich sagen:
Der vorliegende Abschlussbericht zur integrierten Sportentwicklungsplanung ist eine umfangreiche und fachlich fundierte Arbeit.
Über einen langen Zeitraum hinweg – rund zweieinhalb Jahre – wurden Daten erhoben, Gespräche geführt, Workshops organisiert und unterschiedliche Perspektiven zusammengeführt. Das ist ein großer Aufwand gewesen, und dafür gilt allen Beteiligten unser Dank. Vorneweg den Kolleginnen und Kollegen bei den Sport- und Bäderbetrieben und Herrn Prof. Kähler und seinem Büro sowie den beteiligten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aus dem Geschäftsbereich 6.
Und es ist auch unstrittig:
Viele der Themen, die hier benannt werden, sind richtig.
Die Bedeutung von Bewegung für Gesundheit und Teilhabe
Die Rolle von Sport im öffentlichen Raum
Die Herausforderungen im Schulsport
Und auch die Frage, wie wir soziale Ungleichheiten beim Zugang zu Sportangeboten reduzieren
All das sind wichtige Punkte, die wir politisch teilen.
Aber, liebe Kolleginnen und Kollegen,
wir sollten heute auch den Mut haben, ehrlich zurückzublicken.
Denn einige der Vorbehalte, die wir als SPD-Fraktion bereits im Jahr 2021 geäußert haben und wegen derer wir uns auch damals enthalten haben, haben sich aus unserer Sicht bestätigt.
Damals haben wir gesagt:
Ist ein externes, groß angelegtes Gutachten wirklich notwendig –
oder haben wir nicht bereits ausreichend Erkenntnisse und vor allem konkrete Aufgaben und Maßnahmen, die längst beschlossen auf Umsetzung warten?
Im Protokoll ist festgehalten, dass wir insbesondere darauf hingewiesen haben,
dass es bereits Befragungen gab und dass die dringenden Investitionen in unsere Sportanlagen sowie Planungssicherheit für Vereine im Vordergrund stehen sollten.
Und wenn wir uns den Bericht heute anschauen, dann stellen wir fest:
Viele der Ergebnisse sind nicht überraschend.
Das heißt nicht, dass sie falsch sind – im Gegenteil.
Aber es heißt eben auch:
Wir haben es hier weniger mit völlig neuen Erkenntnissen zu tun, sondern vielfach mit der Bestätigung dessen, was wir bereits wissen.
Ein weiterer Punkt, der uns wichtig ist:
Im Rahmen des Prozesses hat es zahlreiche Workshops und Beteiligungsformate gegeben. Das ist grundsätzlich richtig und wichtig.
Aber wir müssen auch feststellen:
Wir hätten uns an der einen oder anderen Stelle eine noch breitere Beteiligung und eine stärkere Repräsentativität gewünscht.
Denn Beteiligungsformate leben davon, dass möglichst viele Perspektiven einfließen –
insbesondere auch diejenigen, die nicht ohnehin schon gut organisiert oder stark vertreten sind.
Vor diesem Hintergrund gilt aus unserer Sicht:
Die früheren, breit angelegten Befragungen liefern in Teilen sogar eine höhere empirische Belastbarkeit,
während die Workshop-Ergebnisse stärker als qualitative Ergänzung zu verstehen sind.
Das schmälert nicht den Wert des Prozesses –
aber es relativiert den Anspruch, daraus unmittelbar umfassende Maßnahmen abzuleiten.
Und genau damit sind wir beim entscheidenden Punkt:
Dieser Bericht ist keine To-do-Liste, die man jetzt einfach abarbeitet.
Er ist – und so ist er ja auch angelegt –
eine strategische Grundlage, die Orientierung gibt, aber keine automatische Umsetzung vorgibt.
Und genau hier setzen wir mit unserem gemeinsamen Antrag von CDU und SPD an.
Wir sagen ganz klar:
- Die vorgeschlagenen Maßnahmen müssen priorisiert werden
- Sie müssen fachlich geprüft und aufbereitet werden
- Und sie müssen politisch einzeln beschlossen werden
Denn eine automatische Umsetzung würde der Komplexität der Aufgaben nicht gerecht.
Und lassen Sie mich das sehr deutlich sagen:
Wir sprechen hier nicht nur über Ideen,
sondern über konkrete Maßnahmen mit finanziellen, personellen und organisatorischen Auswirkungen.
Und unsere Verwaltung arbeitet bereits heute an vielen großen Themen gleichzeitig.
Wenn wir jetzt zusätzlich einen umfassenden Maßnahmenkatalog ohne klare Prioritäten „in die Umsetzung schicken“, dann laufen wir Gefahr, uns zu verzetteln.
Und das wäre das Gegenteil von dem, was wir wollen.
Deshalb ist unser Ansatz bewusst ein anderer:
Wir wollen den Bericht ernst nehmen – aber auch einordnen.
Wir wollen ihn nutzen – aber nicht überfrachten.
Und wir wollen vor allem dafür sorgen, dass am Ende nicht nur ein weiteres Konzept entsteht,
sondern dass konkrete Verbesserungen auch tatsächlich umgesetzt werden können.
Das bedeutet:
Die Sport- und Bäderbetriebe sollen die Vorschläge nach Sichtung, Bewertung und Priorisierung durch die Politik prüfen und aufbereiten.
und dann entscheiden wir politisch Schritt für Schritt,
was sinnvoll, finanzierbar und umsetzbar ist.
Nicht alles auf einmal.
Nicht automatisch.
Sondern gezielt und verantwortungsvoll.
Genau das ist der Kern unseres Antrags.
Anrede,
Sport ist ein zentraler Bestandteil unserer Stadt –
für Gesundheit, Integration und Lebensqualität.
Aber gute Sportpolitik entsteht nicht durch möglichst viele Seiten Papier,
sondern durch klare Prioritäten und verlässliche Umsetzung.
Und genau dafür legen wir heute den Grundstein.
Wir bedanken uns bei allen Beteiligten für diesen Abschlussbericht der Integrierten Sportentwicklungsplanung und freuen uns, diesen in den nächsten Wochen, Monaten und Jahren in unsere Kommunale Sportentwicklungsplanung einfließen zu lassen.
Vielen Dank.
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