– es gilt das gesprochene Wort –

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,

liebe Kolleginnen und Kollegen,

mit Blick auf die Uhr möchte ich in meinem Redebeitrag auf beide vorliegenden Anträge eingehen.

Beginnen wir mit dem Antrag von CDU und GRÜNEN. Ich glaube es ist Konsens, dass wir an der doch in die Jahre gekommenen Schillerwiese etwas tun müssen. Deshalb haben wir hierfür ja auch gemeinsam Planungsmittel im aktuellen Wirtschaftsplan der Sport- und Bäderbetriebe eingestellt. Ich bin zwar der festen Überzeugung, die Sportverwaltung hätte auch ohne diesen Antrag gewusst, was zu tun ist. Aber sei’s drum. Danke an Sie, dass die Diskussionen der letzten Zeit sowohl innerhalb der Politik wie auch von den Nutzerinnen und Nutzern der Schillerwiese noch einmal zusammengefasst haben. Schade, dass Sie dabei nicht den Schulterschluss mit den anderen Fraktionen gesucht haben. Dann hätte man diesen Antrag aus unserer Sicht rund machen können und unser Ergänzungsantrag wäre obsolet gewesen. Aber dazu später mehr.

Das Bedürfnis vieler Menschen, fernab von Kurs- und Trainingszeiten Sport zu treiben, war mit Sicherheit schon vor dem Jahr 2020 deutlich erkennbar. Die Pandemie, insbesondere zu den Zeiten gesperrter Sportanlagen und Fitnesscenter hat diesen Trend aber noch einmal deutlich verstärkt.

Mit Sicherheit eine Entwicklung, die auch im Zusammenhang mit einer gewissen Flexibilität steht, die in der Arbeitswelt heutzutage gefordert wird. Vielfach gibt es halt nicht mehr denselben freien Abend in jeder Woche. Häufig ist auch der Feierabend von Woche zu Woche flexibel. Das macht verpflichtende Sportzeiten in der Gruppe schwierig. So ist das ungebundene Sporttreiben vor der eigenen Haustür, wenn man dann halt gerade Zeit hat, ein sehr wichtiger Punkt geworden. Dazu bieten die vielen Grünflächen und Wälder, aber auch die Fahrradtrassen ein gutes Angebot. Nur das Radfahren oder das Joggen ist jedoch vielen zu wenig. Zum Beispiel Trimm-Dich-Pfade und Calisthenics-Anlagen im Stadtgebiet bieten hier eine gute und sinnvolle Ergänzung.

Wir können uns aber auch glücklich schätzen, eine Anlage wie die Schillerwiese zu haben. Mit Sicherheit entwickelt diese Anlage Strahlkraft weit über den Stadtbezirk II hinaus. Diese Strahlkraft hat aber mit den Jahren etwas nachgelassen. Zum einen sind die Umkleiden und die Sanitäranlagen in die Jahre gekommen. Aber auch das Angebot auf der Anlage entspricht nicht mehr den Anforderungen der heutigen Zeit. Jedermann-Sport vor der eigenen Haustür ist halt mittlerweile mehr als Fußball und Leichtathletik. Hier heißt es bei den zukünftigen Planungen innovative zukunftsgerichtete Ideen einfließen zu lassen, um diese Anlage attraktiv für alle Generationen zu machen. Für die Planungen haben wir gemeinsam im Wirtschaftsplan der Sport- und Bäderbetriebe 80.000 € eingestellt und wir als SPD-Fraktion sind gespannt auf die Ideen und Pläne, die die Verwaltung uns mit Sicherheit zeitnah vorstellen wird.

Kommen wir nun zu dem kleinen „Aber“, das ich oben schon erwähnt habe. Bei allem Zeitgeist für den ungebundenen Sport müssen wir auch immer die Vereine mitdenken. Denn diese sind es, die unseren Quartieren, Stadtteilen und der ganzen Stadt so viel mehr geben als nur das Angebot der sportlichen Betätigung. Hier werden die Menschen schon in jüngsten Jahren abgeholt, hier werden Werte und Normen vermittelt und hier wird auch vielfach eine zweite Familie geboten. Kurzum: Jeden Euro, den wir in unsere Vereine und ihre Anlagen investieren, bekommen wir mannigfach zurück.

Deshalb ist es unsere feste Überzeugung als SPD-Fraktion, dass wir an dieser Stelle, dass wir bei diesem Antrag, auch ein Signal an den vereinsgebundenen Sport senden müssen. Und deshalb wäre es sinnvoll gewesen, wenn die Mehrheitskooperation vor ihrem Antrag einmal das Gespräch mit den anderen Fraktionen gesucht hätte. Dann hätte man das im Vorfeld diskutieren und in den Antrag einfließen lassen können.

Die Thematiken rund um die Zukunft des Vereins Sportfreunde 07 und der Schillerwiese waren in der Vergangenheit stark verknüpft. Im Hintergrund stand immer die große Frage, wie man den Sport in Rüttenscheid und Umgebung fit für die kommenden Jahrzehnte macht. Dabei hatte man sowohl den vereinsgebundenen wie auch den vereinsunabhängigen Sport im Blick.

Fraktionsübergreifend wurde deutlich gemacht, dass man diese beiden Arten des Sporttreibens nicht gegeneinander ausspielen wolle, sondern allen Seiten gerecht werden möchte. Auch deshalb haben wir gemeinsam der Verwaltungsidee, die sportlichen Aktivitäten auch der Sportfreunde 07 auf der Schillerwiese zu bündeln, eine Absage erteilt.

Und deshalb gehört in einen solchen Antrag unseres Erachtens auch ein Signal an die Vereine vor Ort, in diesem Fall an die Sportfreunde 07. Mit unserem Ergänzungsantrag wird ganz bewusst noch kein Ausbau oder ähnliches an der Veronikastraße beschlossen. Das müssen wir der guten Tradition folgend als Sportpolitik in Gänze diskutieren und beschließen. Er soll uns aber in die Lage versetzen, bei den Beratungen über den Wirtschaftsplan 2023 die nötigen Informationen zu haben, um neben der Schillerwiese auch über eine Ertüchtigung der Anlage im Herzen von Rüttenscheid zu beraten. Unsere Meinung dazu: Ein Kunstrasen hier ist überfällig, um die Sportfreunde zukunfts- und konkurrenzfähig zu machen. Darüber hinaus ist es ein deutliches Signal an den Verein, dass wir ihn nicht vergessen haben.

Dem Antrag von CDU und GRÜNEN stimmen wir mit Überzeugung zu, werben aber auch dafür, unserem Antrag zuzustimmen und damit ein deutliches Signal an die Vereine in unserer Stadt zu senden.

Bei zukünftigen Anträgen möchte ich mein Angebot aus der Sitzung des Sportausschusses betreffend diesen Antrag aber auch zum Antrag zum Thema „Gewalt im Sport“ erneuern: Sprechen Sie uns im Vorfeld an. Wir sind gerne zu gemeinsamen Antragstellungen bereit. Mit Sicherheit kommt dabei auch mehr als nur der kleinste gemeinsame Nenner heraus.

Ich danke für die Aufmerksamkeit.


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