Probleme beim Kettwiger Freibad. So neu ist das ja nicht. Reparaturen, unvorhergesehene Schäden, Instandsetzungen, die wesentlich länger als gedacht dauerten, und geplante Einschränkungen für Frühschwimmerinnen und Frühschwimmer. Das sind die ersten Dinge, die mir spontan zum Kettwiger Freibad einfallen, wenn ich die letzten Jahre Revue passieren lasse.

Deshalb direkt vorneweg drei ganz klare Forderungen für die Zukunft:

  • Abnahme der Prüfung zum Rettungsschwimmer im Grugabad während der täglichen vierstündigen Pause
  • ausgewogene Verteilung des vorhandenen Personals auf alle Essener Bäder (im schlimmsten Fall rollierend, dann muss es halt einen freien Tag pro Schwimmbad geben)
  • rechtzeitig vor der Saison durch attraktive Angebote und entsprechende Löhne Bademeister für die Bäder in Essen gewinnen
  • Öffnung des Kettwiger Freibades gemeinsam mit den anderen Freibädern in Essen und nicht immer am Ende der Reihe
  • Einführung einer Monatskarte für den Freibadbesuch

Aber jetzt in aller Ruhe zum aktuell geschlossenen Kettwiger Freibad:

Mich haben in den letzten zweieinhalb Woche viele Zuschriften zum Kettwiger Freibad erreicht. Mal freundlich, mal weniger „diplomatisch“ wurde sich dazu geäußert, dass unser Freibad immer noch mit „heute geschlossen“ für sich wirbt. Ich kann jede Zuschrift verstehen und unterstütze jede Zuschrift auch ausdrücklich. Bis zum heutigen Tag haben die Sport- und Bäderbetriebe sich leider trotz Rückrufbitte nicht zurückgemeldet. Ich habe mich aber trotzdem mal ein wenig umgehört, manchmal sind Betroffene ja redefreudiger als die Verwaltung.

Ich finde es skandalös, dass das Kettwiger Freibad Ende Juni immer noch geschlossen ist. Ganz generell, aber gerade auch in der heutigen Zeit. Die Corona-Pandemie zwingt viele Familien, ihren Urlaub daheim zu verbringen. Zum einen, weil aufgrund von Reisenbeschränkungen ein geplanter Urlaub einfach nicht möglich ist. Zum anderen aber auch deshalb, weil durch Kurzarbeit, Einnahmeverluste oder gar Jobwegfall vielen Familien schlichtweg das Geld hierfür fehlt. Deshalb muss es doch vorderste Pflicht sein, für eine Naherholung vor der eigenen Haustür zu sorgen. Und über den Eintrittspreis sollten wir dann auch noch einmal reden. Warum gibt es hier keine Monatskarten wie in Dellwig?

Wenn man sich übrigens die Ruhr am Kettwiger Stauwehr anschaut, dann sieht man, dass gerade viele Jugendliche sich die Erfrischung im kühlen Nass trotzdem holen. Eine sehr gefährliche Konstellation, die sich da entwickelt hat.

Nicht genug Bademeister? Wie ich hinter vorgehaltener Hand gehört habe, gab es wohl genug Interessenten für den Job. Diesen hätte aber die Prüfung coronabedingt nicht abgenommen werden können. Wenn das stimmt, dann ist es nach meiner Meinung totaler Unsinn. Man hätte die Prüfungen doch im geöffneten Grugabad abnehmen können. Da das Freibad wochentags zwischen 10 Uhr und 14 Uhr eh geschlossen hat, hätte man das Thema an einem Vormittag abräumen können.

Aber das Problem ist ja nicht neu. Ein Problem bei der Besetzung der Bademeisterstellen ist ja nicht neu. Das war häufig bereits ein Problem. Aber irgendwann muss man sich doch dann auch mal fragen, warum der Job so unattraktiv ist. Und dann dementsprechend reagieren. Und wenn aktuell ein so großer Engpass ist, dann muss ich halt beim Gehalt richtig was drauflegen.

Beim aktuellen Engpass muss man das vorhandene Personal dann fair auf alle Bäder verteilen, damit man nirgendwo „heute geschlossen“ lesen muss. Das könnte dann in der jetzigen Situation ein Rollationssystem sein. Und vielleicht würde das auch heißen, das jedes bad einen Ruhetag einlegen muss. Deshalb sollte dieses Szenario wirklich auch nur eine ganz kurzfristige Lösung sein.

Warum öffnet das Kettwiger Freibad immer erst als letztes? Für mich auch absolut unverständlich. Gerade in so einem weitläufigen Bezirk wie hier im Essener Süden, muss ich doch entsprechende Angebote vorhalten. Das gilt für ein (Frei)Bad ebenso wie für ein Bürgeramt.

4 Euro für den Eintritt ist aber mal ’ne Hausnummer. Dem stimme ich vollumfänglich zu. Nicht, wenn man den ganzen Tag da ist. Aber wenn man mal zwei Stunden nach der Arbeit ins kühle Nass möchte, dann ist das echt viel. Deshalb muss es zukünftig das Angebot einer Monatskarte geben, wie es in Dellwig schon praktiziert wird.

Das rechnet sich doch für die Stadt am Ende des Tages nicht. Das mag sein. Aber ebenso wie beim Beispiel Nahverkehr gibt es ein paar Bereiche des öffentlichen Lebens, da ist die Stadt den Bürgerinnen und Bürgern verpflichtet. Dafür zahlen wir auch Steuern. Deshalb verbietet sich hier der Blick auf die schwarze Null!

Ich sage zu, dieses Wochenende dazu zu nutzen, die Verantwortlichen bei der Verwaltung sowie die Mitglieder meiner Ratsfraktion im entsprechenden Ausschuss anzuschreiben und auf diesen nicht akzeptablen Umstand hinzuweisen und meine Forderungen deutlich zu machen. Ich halte Euch hier weiter auf dem Laufenden.

Danke für Euer Vertrauen, ich kümmere mich!


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