{"id":641,"date":"2020-05-17T11:26:38","date_gmt":"2020-05-17T11:26:38","guid":{"rendered":"https:\/\/danielbehmenburg.wordpress.com\/?p=641"},"modified":"2020-12-23T11:58:18","modified_gmt":"2020-12-23T11:58:18","slug":"fuer-ein-neues-miteinander-der-verkehrsteilnehmer","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/daniel-behmenburg.de\/?p=641","title":{"rendered":"F\u00fcr ein neues Miteinander der Verkehrsteilnehmer."},"content":{"rendered":"<p><strong>R\u00fccksicht, Vorsicht, Nachsicht und Respekt aus der Corona-Zeit mitnehmen.<br \/>\n<\/strong><\/p>\n<p>Sehr geehrte Frau Schmitz,<br \/>\nsehr geehrter Herr Drewitz,<br \/>\nsehr geehrter Herr Ertl,<br \/>\nsehr geehrter Herr Haehnel,<\/p>\n<p>vielen Dank f\u00fcr Ihre E-Mail vom 3. Mai und die dahinterstehende Arbeit. Ich empfinde es als \u00e4u\u00dferst angenehm, wenn ehrenamtliche Kommunalpolitik und andere engagierte B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrgern gemeinsam daran arbeiten, unsere Stadtteile sch\u00f6ner, lebenswerter und zukunftsf\u00e4hig zu machen. Da ich wo m\u00f6glich ebenfalls gerne das Fahrrad zur Fortbewegung nutze, stimme ich vielen Ihrer Ans\u00e4tze zu, begegne manchen jedoch auch kritisch bzw. erweiternd. Dazu gerne im Folgenden mehr.<\/p>\n<p>Sie sprechen im begleitenden Emailtext zuvorderst den Radweg an der B224 Richtung Velbert an. Dieses Ansinnen ist, wie Sie zurecht erw\u00e4hnen, ja nicht neu. Als Mitglied der Bezirksvertretung IX fordere ich dieses bereits seit Jahren. Leider haben wir nur eine beratende Funktion in solchen Fragen, die notwendigen finanziellen wie baulichen Beschl\u00fcsse hierf\u00fcr werden im Rat der Stadt Essen und seinen Aussch\u00fcssen gef\u00e4llt. Uns eint deshalb die Entt\u00e4uschung, dass dieses Thema bei den Ratsvertretern aus Werden anscheinend nie eine hohe Priorit\u00e4t genossen hat und auch aktuell scheinbar nicht genie\u00dft. Wobei kurz vor Wahlen ja h\u00e4ufig unvorstellbare Erkenntnisgewinne zu verzeichnen sind. Deshalb wage ich hier noch ein wenig zu hoffen. Wichtig ist dann nur, dass diese \u00dcberzeugung auch den Wahltag \u00fcberdauert.<\/p>\n<p>Erlauben Sie mir, dass ich die weiteren angef\u00fchrten Themen mit Blick auf den gesamten Stadtbezirk kommentiere, da die Probleme an vielen Stellen gleich sind.<\/p>\n<p>Die Stadtteilzentren sind meines Erachtens s\u00e4mtlich f\u00fcr den Radverkehr nicht sonderlich attraktiv. Der Fahrradverkehr muss sich hier seinen Platz zwischen den Autos suchen, Parksuchverkehr, ausparkende Autos und Halten in zweiter Reihe schaffen weitere Unsicherheit. Am Ziel angekommen fehlen dann zentrale Fahrradabstellm\u00f6glichkeiten zum Beginn der Altstadtbereiche, um von dort die letzten Meter zum Einkauf zu Fu\u00df zur\u00fccklegen zu k\u00f6nnen. Deshalb muss h\u00e4ufig mit dem Fahrrad bis vor das Gesch\u00e4ft gefahren werden, wo aber ebenfalls keine Abstellm\u00f6glichkeiten vorhanden sind und dar\u00fcber hinaus Konflikte mit den Fu\u00dfg\u00e4ngerinnen und Fu\u00dfg\u00e4ngern entstehen.<\/p>\n<p>Dort wo Radwege bzw. kombinierte Fu\u00dfg\u00e4nger-\/Radwege vorhanden sind, zeichnen diese sich h\u00e4ufig durch einen schlechten Zustand aus: Schlagl\u00f6cher, Wurzelbewuchs, und in den Weg ragende Seitenbepflanzung auf ohnehin schon schmalen Wegen. Das betrifft insbesondere die l\u00e4ngeren Strecken wie zum Beispiel die Meisenburgstra\u00dfe und den Bredeneyer Berg. Auch fehlen hier bei Kreuzungsbereichen zwischen Rad- und Autoverkehr h\u00e4ufig Warnmarkierungen f\u00fcr den Autoverkehr, um auf die kreuzenden Radfahrerinnen und Radfahrer hinzuweisen.<\/p>\n<p>Sie sprechen den Wunsch an, vermehrt kombinierte Rad- und Gehwege zu schaffen. Davon rate ich pers\u00f6nlich eher ab. Wenn man es macht, dann doch sofort richtig! Sonst wird sich das Problem ergeben, dass solche \u00dcbergangsl\u00f6sungen \u00fcber Jahre erst einmal so bleiben werden. Nichts ist so dauerhaft wie ein Provisorium. Auch aufgrund der immer h\u00e4ufiger zu beobachtenden Konfliktsituationen zwischen Fu\u00dfg\u00e4ngern und Radfahrern (dazu unten mehr) sehe ich in kombinierten Fu\u00df-\/Radegen kein Zukunftsmodell.<\/p>\n<p>Beim Ruhrtalradweg sehe ich insbesondere zwischen dem Brehm und der Kettwiger Ruhrbr\u00fccke ein Problem, da es hier vornehmlich an den sonnigen Wochenenden sehr eng ist. Wenn auch nicht mehr Bestandteil des Ruhrtalradweges, zieht sich dieses Problem dann von der Kettwiger Ruhrbr\u00fccke bis zum Kettwiger Wasserwerk fort. Hier ist einfach zu wenig Platz f\u00fcr zu viele Fu\u00dfg\u00e4nger und Radfahrer. Wir haben bereits einmal in einem Antrag an die Verwaltung die Bitte gerichtet, durch gezielte Zuk\u00e4ufe an den Wegesr\u00e4ndern diese zu vergr\u00f6\u00dfern. Leider war dieses aufgrund der Eigentumsverh\u00e4ltnisse nicht m\u00f6glich. Durch Abstechen von Unkraut wurde dann zwar in der Folge der Weg verbreitert, jedoch nicht in dem Ma\u00dfe, dass das Problem so gel\u00f6st werden k\u00f6nnte. Insbesondere f\u00fcr die schnelleren Radfahrer scheint mir dieses Teilst\u00fcck deshalb nicht geeignet. Leider kann ich die parallel verlaufende Ruhrtalstra\u00dfe nicht als Alternative anbieten, da diese in keiner Form f\u00fcr den Radverkehr ausgelegt ist. Dieses St\u00fcck Leinpfad bedarf meines Erachtens auf jeden Fall der genaueren Betrachtung.<\/p>\n<p>Ich m\u00f6chte aber gerne noch einen Schritt weitergehen und ich hoffe, dass Sie mir den Exkurs, der mit Sicherheit die Intention Ihres Anliegens ein wenig sprengt, nachsehen. Und damit greife ich Ihre Idee der Verkehrssolidarit\u00e4t auf. Dabei m\u00f6chte ich aber Ihrem Ansatz widersprechen, dass es eine Konfrontation zwischen Autofahrern und anderen Verkehrsteilnehmern gibt. Diese Beschreibung suggeriert \u2013 zumindest in meiner Wahrnehmung \u2013, dass es die Autofahrer auf der einen Seite gibt und die anderen Verkehrsteilnehmer auf der anderen Seite. Das greift meines Erachtens zu kurz. Ich nehme diese Konfrontation zum Beispiel auch zwischen Fu\u00dfg\u00e4ngern und Radfahrern, zwischen Fu\u00dfg\u00e4ngern mit Hund und Joggern, zwischen Freizeit- und Sportradlern, zwischen Familien mit Kinderwagen und Fahrradfahrern wahr.<\/p>\n<p>Hier hat meines Erachtens in der \u00f6ffentlichen Diskussion eine gewisse Frontenbildung stattgefunden. Diese muss durchbrochen werden, denn eine Verkehrswende werden wir nur im gesellschaftlichen Konsens erreichen. Ich m\u00f6chte gerne f\u00fcr eine neue \u00c4ra des Miteinanders aller Verkehrsteilnehmer werben. Sei es zu Fu\u00df oder auf R\u00e4dern, sei es motorisiert oder unmotorisiert, sei es allein oder in der Gruppe &#8211; auf jeder Seite gibt es Nachholbedarf. In den Zeiten von Corona erleben wir, wie die Menschen zusammenr\u00fccken k\u00f6nnen. Wir erleben, wie eine Mehrheit ihren Mitmenschen R\u00fccksicht, Vorsicht, Nachsicht und Respekt entgegenbringt. Ich f\u00e4nde es eine lohnenswerte Initiative, dieses Gef\u00fchl auch nach Corona fest in unserer Gesellschaft zu verankern. Und beim Modal Split der Mobilit\u00e4t der Zukunft mit Leben f\u00fcllen.<\/p>\n<p>Der Vollst\u00e4ndigkeit halber m\u00f6chte ich erw\u00e4hnen, dass es nat\u00fcrlich auch innerhalb meiner Partei verschiedene Meinungen zu dem Thema gibt. W\u00fcrde es nach mir gehen, w\u00e4ren wir beim gro\u00dfen Thema \u201eVerkehre der Zukunft\u201c schon viel weiter. Wie aber immer in einer Volkspartei &#8211; das ist halt der Unterschied zu den kleinen Themenparteien -, besteht die Meinungsbildung am Ende aus einem Kompromiss und dem immer weiteren und nie endendem Ringen um neue Antworten f\u00fcr neue Zeiten. Ich bin aber froh und habe den Schritt nie bereut, in einer Partei zu sein, die Herausforderungen gesamtgesellschaftlich betrachte. Insbesondere bei vielen j\u00fcngeren Parteikolleginnen und Parteikollegen erlebe ich eine Stimmungslage zum Thema \u201eMobilit\u00e4t\u201c, die meiner entspricht. Sie k\u00f6nnen sich sicher sein, dass ich weiterhin innerparteilich, in der Bezirksvertretung, im t\u00e4glichen Gespr\u00e4ch mit den Menschen in meinem Umfeld und hoffentlich nach der Kommunalwahl dann im Rat der Stadt Essen f\u00fcr diese meine \u00dcberzeugungen einstehen und f\u00fcr deren Umsetzung streiten werde.<\/p>\n<p>Ich k\u00f6nnte jetzt noch viel mehr zu meinen Vorstellungen der Mobilit\u00e4t auf der H\u00f6he der Zeit schreiben. Da Sie sich auf den Radverkehr beschr\u00e4nkt hatten, m\u00f6chte ich es auch dabei bewenden lassen.<\/p>\n<p>Bisher habe ich davon abgesehen, an Treffen Ihrer Initiative teilzunehmen. Der Hintergrund ist jedoch kein mangelndes Interesse, sondern eine gewisse Vorsicht, da zuviel Politik manchmal auch nicht erw\u00fcnscht ist. Und das manchmal auch aus guten Gr\u00fcnden, wenn mir der Nachsatz gestattet ist. Wenn eine Teilnahme meinerseits an Ihren Treffen gew\u00fcnscht ist, dann bin ich im Rahmen meiner zeitlichen M\u00f6glichkeiten gerne dabei. Meine Kontaktdaten finden Sie oben im Briefkopf.<\/p>\n<p>Wir haben noch einen weiten Weg vor uns. Aber ich bin mir sicher, dass es sich lohnt, wenn wir ihn weiter gehen. Ich freue mich, dass wir diesbez\u00fcglich im Gespr\u00e4ch bleiben.<\/p>\n<p>Bis dahin verbleibe ich mit den besten W\u00fcnschen f\u00fcr eine gute Gesundheit, in diesen bewegten Zeiten nicht nur im Radverkehr.<\/p>\n<p>Mit freundlichen Gr\u00fc\u00dfen<\/p>\n<p>Daniel Behmenburg<br \/>\nVorsitzender der SPD-Fraktion im Stadtbezirk IX<\/p>\n<p><a title=\"20200517 - Antwortschreiben Fahrradinitiative Werden\" href=\"https:\/\/danielbehmenburg.files.wordpress.com\/2020\/05\/20200517-antwortschreiben-fahrradinitiative-werden.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">20200517 &#8211; Antwortschreiben Fahrradinitiative Werden<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>R\u00fccksicht, Vorsicht, Nachsicht und Respekt aus der Corona-Zeit mitnehmen. Sehr geehrte Frau Schmitz, sehr geehrter Herr Drewitz, sehr geehrter Herr Ertl, sehr geehrter Herr Haehnel, vielen Dank f\u00fcr Ihre E-Mail vom 3. Mai und die dahinterstehende Arbeit. 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