{"id":1519,"date":"2021-09-22T18:52:19","date_gmt":"2021-09-22T18:52:19","guid":{"rendered":"http:\/\/daniel-behmenburg.de\/?p=1519"},"modified":"2021-09-22T18:52:21","modified_gmt":"2021-09-22T18:52:21","slug":"ratsrede-zum-thema-integrierte-sportentwicklungsplanung-fuer-die-stadt-essen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/daniel-behmenburg.de\/?p=1519","title":{"rendered":"Ratsrede zum Thema &#8222;Integrierte Sportentwicklungsplanung f\u00fcr die Stadt Essen&#8220;"},"content":{"rendered":"\n<p>Sehr geehrter Herr Oberb\u00fcrgermeister,<br>liebe Kolleginnen und Kollegen,<br>liebe Freundinnen und Freunde des Essener Sport hier im Saal und daheim im Stream,<\/p>\n\n\n\n<p>wir werden heute mit einer ehrlichen Enthaltung zu dieser Vorlage votieren. Eine Enthaltung deshalb, weil wir einerseits die Idee und Intention, die hinter dieser Vorlage steht, liebe Frau Raskob, wertsch\u00e4tzen m\u00f6chten, aber dieses Gutachten zum jetzigen Zeitpunkt nicht f\u00fcr n\u00f6tig halten. In einigen Jahren w\u00e4re dieses vielleicht ebenso sinnvoll wie hilfreich. Aber eben nicht heute. Ich m\u00f6chte das gerne im Folgenden ein wenig erl\u00e4utern:<\/p>\n\n\n\n<p>Am heimischen Schreibtisch habe ich den \u201edas erledige ich sp\u00e4ter Stapel\u201c, der irgendwie nie richtig kleiner wird. Ich habe erst seit knapp einem Jahr die Ehre, den Sport in dieser Stadt auf Ratsebene mitzubegleiten und mitzugestalten. Und schon in der kurzen Zeit ist mir aufgefallen, dass wir diesen Stapel auch in der Sportpolitik haben. Und es ist meine feste \u00dcberzeugung wie auch die meiner Fraktion, dass wir diesen Stapel erst einmal abarbeiten m\u00fcssen, bevor wir ihn mit einer neuen Expertise weiter f\u00fcllen. Deshalb: Machen wir doch einfach mal, anstatt wieder auf ein Gutachten zu warten.<\/p>\n\n\n\n<p>Und eigentlich haben wir doch schon genug Erkenntnisgewinn, mit dem wir im Schulterschluss mit den Kolleginnen und Kollegen der Sportverwaltung loslegen k\u00f6nnen und genug f\u00fcr die n\u00e4chsten Jahre zu tun haben.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir brauchen doch kein Gutachten, um die Notwendigkeit von Kooperationen von Schule und Sportvereinen zu erkennen. Das ergibt sich schon daraus, dass wir jede Fl\u00e4che nur einmal bebauen k\u00f6nnen. Und deshalb m\u00fcssen zur Eind\u00e4mmung unseres Fl\u00e4chenverbrauchs und damit auch zum Erhalt unserer Gr\u00fcnfl\u00e4chen dar\u00fcber nachdenken, wie wir auch im Sport Fl\u00e4chen mehrfach nutzen k\u00f6nnen. Mit verschiedenen Akteuren. TUS Holsterhausen hat uns dazu ein tolles Konzept vorgestellt. Und sie stehen parat und sind voller Tatendrang, diesen Schritt in die Zukunft gemeinsam mit uns zu gehen. Machen wir doch daraus ein Pilotprojekt f\u00fcr das ganze Stadtgebiet.<\/p>\n\n\n\n<p>Erst gestern in der Sitzung des Sportausschusses haben wir die Erweiterung des &nbsp;Parkplatzangebotes an der Sportanlage der SG Sch\u00f6nebeck positiv begleitet. Aber wir wissen doch, an welchen Stellen genau das Problem auch besteht. K\u00fcmmern wir uns doch zum Beispiel jetzt sofort darum, dass beim Vogelheimer SV die Brachfl\u00e4che vor dem Tor zu Parkpl\u00e4tzen umgebaut wird. Oder noch besser: Schaffen wir ein Angebot an Fahrradwegen und \u00d6PNV, damit man gar nicht mehr mit dem Auto zum Sport fahren muss.<\/p>\n\n\n\n<p>Reden wir einmal \u00fcber die Umkleidegeb\u00e4ude. Oder vielleicht besser nicht. Denn diese sind in gro\u00dfen Teilen kein Aush\u00e4ngeschild f\u00fcr unsere Stadt. Und erst recht kein Zeichen der Wertsch\u00e4tzung in Richtung der Vereine. Der Instandhaltungsstau ist doch hier immens. Und wir wissen doch auch jetzt schon wo und wieviel. Das hat unsere Fachverwaltung bereits sauber im Detail erhoben.<\/p>\n\n\n\n<p>Sorgen wir doch lieber heute daf\u00fcr, dass zum Beispiel SuS Haarzopf endlich die Umkleiden bekommt, in der man die eigenen Spieler und auch die Gastteams mit gutem Gewissen unterbringen kann.<\/p>\n\n\n\n<p>Um das einmal in Zahlen zu fassen: Ende 2019 wurde ein Bedarf von 294 Millionen 500tausend Euro bei Turn-, Sport- und Gymnastikhallen beziffert. Bei Sportpl\u00e4tzen und Anlagen von 33 Millionen 400tausend Euro. Und da sind die ganzen guten und zukunftsgerichteten Ideen der Vereine, die uns bei den Besuchen vor Ort pr\u00e4sentiert werden, noch gar nicht eingerechnet. Bei Sondersportanlagen kommen noch einmal 5 Millionen 400tausend Euro dazu. Alle Gelder hinterlegt mit konkreten Ma\u00dfnahmen, die wir nur anpacken brauchen.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir brauchten doch in j\u00fcngster Vergangenheit auch keine Sportentwicklungsplanung, um ETB und RWE eine Perspektive zu bieten. Das haben wir im Gespr\u00e4ch mit den Vereinen geschafft, die bereits eine tolle Vorarbeit geleistet haben. Nutzen wir doch die Fachexpertise in unseren Vereinen vermehrt.<\/p>\n\n\n\n<p>Und es gibt immer noch Vereine, die auf ihren Kunstrasen warten. Die Vereine sind bekannt. Und nun m\u00fcssen wir auch langsam den Austausch der bereits in die Jahre gekommenen Kunstrasen ins Auge fassen. Jahr f\u00fcr Jahr. Wo und wann ist bekannt.<\/p>\n\n\n\n<p>Richten wir auch einen Blick auf die B\u00e4der unserer Stadt: Bei der Bev\u00f6lkerungsbefragung 2019 haben uns 40% der befragten Essenerinnen und Essener gesagt, dass sie mit unseren B\u00e4dern unzufrieden sind. Bei 30% war die Antwort teils\/teils. Also 70%, die nicht zufrieden mit unserer B\u00e4derinfrastruktur sind. Ebenfalls 2019 haben wir allein den Sanierungsr\u00fcckstand bei unseren B\u00e4dern mit 88Millionen 440tausend Euro beziffert bekommen. Auch hier jeder Euro mit konkreten Ma\u00dfnahmen hinterlegt.<\/p>\n\n\n\n<p>Generell ist Bev\u00f6lkerungsbefragung 2019 im Sportbereich auf 535 Seiten ein purer Quell der Erkenntnis voller wertvoller Informationen. Aus diesen k\u00f6nnen wir direkte Ma\u00dfnahmen ableiten, f\u00fcr den vereinsgebundenen wie auch den vereinsungebundenen Sport. Insbesondere k\u00f6nnen wir Ma\u00dfnahmen ableiten, um unsere Vereine darin zu unterst\u00fctzen, zukunftsfest und auf der H\u00f6he der Zeit zu sein. Damit sich eben wieder mehr Menschen entscheiden, Sport im Verein zu machen. Dazu m\u00fcssen die Vereine ihre Angebote teils umstellen und erweitern. Auch dabei brauchen sie unsere Hilfe. Aber fragen wir doch lieber die Verantwortlichen dort, wo genau Hilfestellung gebraucht wird und nicht einen Gutachter.<\/p>\n\n\n\n<p>Herr Rohrberg hat schon 2019 betont, dass die Sanierung der Sport- und B\u00e4derinfrastruktur eine Aufgabe mindestens f\u00fcr die n\u00e4chsten 15 Jahre ist. Knappe Kassen, ausgelastete Firmen, steigende Rohstoffpreise und knappe Verf\u00fcgbarkeit der Baustoffe wird diese Prognose mit Sicherheit noch ein wenig nach oben treiben.<\/p>\n\n\n\n<p>Lassen Sie jetzt nicht die Zeit mit einem weiteren Gutachten ins Land gehen, f\u00fcr dessen Umsetzung am Ende des Tages das Geld fehlen wird, weil wir gerade schon einen dreistelligen Millionenbetrag vor uns herschieben. Lassen Sie uns die offenen Projekte untereinander schreiben. Unterf\u00fcttern wir diese Punkte noch mit den Erfahrungen vor Ort. Bringen wir diese in eine sinnvolle Reihenfolge, um auch den Vereinen endlich Planungssicherheit zu geben. Und insbesondere: Gehen wir es sofort an!<\/p>\n\n\n\n<p>Sollte diese Vorlage heute trotzdem beschlossen werden, dann bedeutet unsere Enthaltung auch, dass wir uns dem weiteren Verfahren nicht entziehen werden, sondern nat\u00fcrlich konstruktiv mitarbeiten und vor allem mitgestalten werden. Ich glaube, auch das ist Ausdruck des guten Miteinanders, das wir im Sportausschuss pflegen und f\u00fcr das ich mich an dieser Stelle auch einmal ganz ausdr\u00fccklich bedanken m\u00f6chte. <\/p>\n\n\n\n<p>In diesem Sinne noch ein paar kurze S\u00e4tze \u2013 und ich hoffe, diese Ausf\u00fchrungen einen uns als Sportpolitiker dieser Stadt:<\/p>\n\n\n\n<p>Nirgendwo erreicht man mit jedem Euro so viele Essenerinnen und Essener wie in unseren Sportvereinen. Und auch nirgends sonst bekommen wir jeden Euro so mannigfach zur\u00fcck wie im Sport. Denn Sport ist Sozialarbeit, Gesundheitspr\u00e4vention, Begegnungsort, friedlicher Wettkampf, eine zweite Familie und vieles mehr. Im Sport lernen gerade unsere J\u00fcngsten schon fr\u00fch Fair Play, das Miteinander im Team, sich auf andere zu verlassen, Engagement und Verantwortung f\u00fcr unsere Gesellschaft und die Bedeutung von Bewegung f\u00fcr ein gesundes und aktives Leben. Personal wird in den Vereinen nicht gebraucht, das erledigen die tausenden Ehrenamtlichen mit viel Herzblut ohne die Hand aufzuhalten. Was wir noch tun m\u00fcssen? Lediglich daf\u00fcr sorgen, dass die Sportanlagen in einem ordentlichen Zustand sind, der die Wertsch\u00e4tzung gegen\u00fcber den Vereinen und den dort Aktiven ausdr\u00fcckt. Aber: Mit warmen Worten allein verbessert man keine der Sportanlagen, Sporthallen oder Schwimmb\u00e4der auf unserem Stadtgebiet. Wir m\u00fcssen also \u00fcber Geld reden. Und da sind vielleicht die aktuellen Etatberatungen der richtige Zeitpunkt f\u00fcr.<\/p>\n\n\n\n<p>Danke f\u00fcr Ihre Aufmerksamkeit.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Sehr geehrter Herr Oberb\u00fcrgermeister,liebe Kolleginnen und Kollegen,liebe Freundinnen und Freunde des Essener Sport hier im Saal und daheim im Stream, wir werden heute mit einer ehrlichen Enthaltung zu dieser Vorlage votieren. 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